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Junge Frau hat einen Wolldecke um die Schultern und putzt sich die Nase

Krank? Bitte sofort melden!

Durchschnittlich zweieinhalb Wochen sind Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Jahr krankgeschrieben. Sehr wahrscheinlich also, dass es dich auch ab und an erwischt. Was du im Krankheitsfall tun musst, erfährst du in unserer Übersicht.

Wenn du krank bist, musst du selbstverständlich nicht zur Arbeit oder in die Berufsschule gehen. Deine Ausbildungsvergütung bekommst du trotzdem weiterhin gezahlt – bis zu sechs Wochen von deinem Ausbildungsbetrieb. Dauert deine Krankheit länger, springt für längstens eineinhalb Jahre deine Krankenkasse ein. Sie bezahlt als Krankengeld jedoch nur 70 Prozent der Bruttovergütung.

Was du tun musst, wenn es dir so schlecht geht, dass du nicht arbeiten gehen kannst, kannst du in deinem Ausbildungsvertrag nachlesen. Er regelt alles Wichtige und kann auch individuelle Vereinbarungen enthalten, die du beachten musst. Häufig verweist dein Ausbildungsvertrag auf die Vorgaben aus dem Berufsbildungsgesetz. Ganz allgemein gilt:

Unverzüglich Bescheid geben

Bei Krankheit (wie auch jeder anderen Arbeitsverhinderung) musst du deinen Betrieb informieren – und zwar bevor deine reguläre Arbeitszeit beginnt. Das gilt auch, wenn du du zuerst zum Arzt oder zur Ärztin gehst. Meldest du dich erst nach dem Besuch in der Praxis krank, kann dich dein Betrieb unter Umständen abmahnen.Fällt deine Krankheit auf einen Berufsschultag, musst du dich in der Berufsschule entschuldigen, auch hier vor Beginn des Schultages und in der Regel im Sekretariat (Achtung: Vorgaben des Klassenlehrin oder des Klassenlehrers beachten!). Aber auch in diesem Fall musst du dich bei deinem Betrieb krankmelden.

Informieren musst du deine Arbeitgeberin beziehungsweise deinen Arbeitgeber auch über die voraussichtliche Dauer deiner Arbeitsunfähigkeit. Für dich behalten darfst du, woran du erkrankt bist – solange es nicht ansteckend ist und die Ärztin oder der Arzt dir nicht empfiehlt, es mitzuteilen.

Krankschreibung

Ab wann du eine Krankschreibung von einer ärztlichen Praxis zwingend brauchst, steht in deinem Ausbildungsvertrag. In manchen Unternehmen ist diese bereits am ersten Krankheitstag erforderlich, andere erwarten erst ab dem dritten Krankheitstag (es gelten Kalender- und nicht Arbeitstage!) eine ärztliche Bescheinigung.

Auch während einer länger andauernden Krankheit ist der Betrieb und gegebenenfalls die Berufsschule auf dem Laufenden zu halten. Das heißt: Jedes weitere ärztliche Attest musst du unbedingt weiterleiten. Das gilt auch für die Zeit nach Ablauf der sechswöchigen Entgeltfortzahlung, wenn die Krankenkasse bereits mit der Krankengeldzahlung begonnen hat.

Termine in der ärztlichen Praxis

In akuten Fällen darfst du während des Ausbildungs- bzw. Berufsschultages zum Arzt oder zur Ärztin gehen – natürlich musst du dich vorher korrekt abmelden. Wichtig ist, dass du dir dort eine Bescheinigung über die Dauer des Praxisbesuchs ausstellen lässt und diese dann bei deinem Ausbildungsbetrieb vorlegst.

Für alle anderen Praxisbesuche – zum Beispiel Vorsorgetermine bei der Zahnärztin oder beim Zahnarzt, muss dir dein Ausbildungsbetrieb nicht freigeben. Es wird von dir erwartet, dass du diese Termine außerhalb der betrieblichen und schulischen Anwesenheitszeiten wahrnimmst.

Krank = Zuhause bleiben?

Wer krank ist, hat in erster Linie alles dazu beizutragen, wieder gesund zu werden. Das bedeutet aber nicht automatisch "Hausarrest". Bei einer Grippe hin und wieder an die frische Luft zu gehen, kann sogar zur Genesung beitragen. Es kommt aber immer auf den Einzelfall an. Deshalb ist es wichtig, sich an die Vorgaben des Arztes oder der Ärztin zu halten. Ist Bettruhe verordnet, solltest du definitiv nicht aus dem Haus gehen.

Krank in Prüfungszeiten

Wirst du in Prüfungszeiten krank, ist besondere Sorgfalt geboten. Ohne die ärztliche Bestätigung, dass du krank bist und deswegen an einer Prüfung nicht teilnehmen kannst, verlierst du gegebenenfalls den Anspruch, die Prüfung nachzuholen. Wichtig: Die Abmeldung von der Prüfung muss schriftlich gegenüber der Industrie- und Handelskammer (IHK) erfolgen.

Zwei weitere Dinge solltest du in diesem Zusammenhang noch beachten: Stellst du dich einer Prüfung, obwohl du krank bist, kannst du nach Ende der Prüfung nicht mehr vorbringen, dass deine Leistungsfähigkeit aufgrund der Erkrankung beeinträchtigt war. Einmal angetreten, musst du das Ergebnis der Prüfung akzeptieren, egal wie es ausfällt.

Bist du erkennbar krank und kann dies – beispielsweise im fachpraktischen Teil – zur Gefahr für dich oder andere werden (Stichwort Arbeitssicherheit), kann es dir passieren, dass dich deine Prüfer und Prüferinnen nach Hause schicken und von der Prüfung ausschließen.

14.11.2017

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