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Fehlstart in die Ausbildung

Fehlstart in die Ausbildung

Du hast deinen Ausbildungsvertrag in der Tasche und freust dich auf die aufregenden ersten Wochen. Und dann das: Du wirst krank. Wie geht es jetzt weiter? Und was wird aus der Ausbildung?

Wie gehe ich bei der Krankmeldung vor?

Du hast gerade den ersten Ausbildungstag hinter dich gebracht und wirst krank? Oder du kannst die Ausbildung gar nicht wie geplant antreten, weil du krank geworden bist? Melde dich am besten gleich so krank, wie es in deinem Ausbildungsvertrag gefordert wird. Dann bist du auf der sicheren Seite.

An diese Regeln müssen sich auch Azubis halten:

  • Die Krankheit dem Ausbildungsbetrieb unverzüglich melden. Dazu reicht ein Telefonanruf.
  • Dauert die Arbeitsunfähigkeit länger als drei Tage: Dem Arbeitgeber in jedem Fall ein Attest vorlegen. Achtung: Das kann der Chef auch schon vorher verlangen. Wirf zur Sicherheit einen Blick in deinen Ausbildungsvertrag!

Bekomme ich trotzdem Lohn?

Wenn Arbeitnehmerinnen oder Arbeitnehmer krank werden, haben sie Anspruch auf Lohnfortzahlung – und zwar sechs Wochen lang. Das gilt auch für dich als Azubi. Dein Ausbildungsbetrieb muss dir sechs Wochen lang Ausbildungsvergütung zahlen, wenn du krank und damit arbeitsunfähig bist.

Aber: Arbeitgeber sind erst nach einer vierwöchigen Wartezeit verpflichtet, Lohnfortzahlung zu leisten. Das heißt, erst vier Wochen nach deinem Ausbildungsbeginn. Wenn deine Ausbildung zum Beispiel am 1. September beginnt, hast du erst ab dem 29. September Anspruch auf Lohnfortzahlung – von diesem Tag an dann aber für sechs Wochen.

Diese Lohnfortzahlung bekommst du nach diesen Wochen selbst dann, wenn du schon krank geworden bist, bevor du die Ausbildung überhaupt antreten konntest. Voraussetzung: Den Arbeitsvertrag hattest du schon unterschrieben.

Solltest du länger als sechs Wochen arbeitsunfähig sein, bekommst du anschließend Krankengeld von deiner Krankenkasse.

Wie bin ich in den ersten vier Wochen abgesichert?

Wie du in den ersten vier Wochen deiner Ausbildung abgesichert bist, hängt davon ab, ob du vor oder nach Beginn der Ausbildung krank wurdest.

  • Krank nach Beginn der Ausbildung: Du hast Anspruch auf Krankengeld deiner Krankenkasse, bis die Vier-Wochen-Frist abgelaufen ist und dein Ausbildungsbetrieb dir Lohn zahlen muss. Und zwar selbst dann, wenn du vor deiner Krankheit nur einen Tag gearbeitet hast. Wende dich dazu an deine Krankenkasse. Sie braucht die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung von deinem Arzt oder deiner Ärztin.
  • Krank vor Beginn der Ausbildung: Du hast weder Anspruch auf Krankengeld noch auf Lohn. Weil du noch nicht gearbeitet hast, kannst du auch kein Krankengeld bekommen. Wende dich in diesem Fall an die Bundesagentur für Arbeit. Auch von deiner Krankenkasse kannst du dich beraten lassen.

Wie geht’s mit dem Ausbildungsplatz weiter?

Jetzt machst du dir wahrscheinlich auch noch Sorgen, wie es mit deiner Ausbildung weitergeht. Tatsächlich hast du zu Beginn deiner Ausbildung normalerweise einen bis vier Monate Probezeit. Und während der Probezeit kann dir dein Arbeitgeber jederzeit kündigen – auch im Krankheitsfall. Ausnahme: Du bist schwanger. Dann wäre eine Kündigung rechtswidrig.

Wenn dich dein Arbeitgeber während der Probezeit krankheitsbedingt entlässt, muss er dir trotzdem sechs Wochen lang dein Ausbildungsgehalt zahlen. Das ist in Paragraf 8 Absatz 1 des Entgeltfortzahlungsgesetzes geregelt. Wenn du die Ausbildung gar nicht angetreten hast, ist das nicht der Fall.

 

31.05.2019

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